“Duuuu Frederick, was bedeutet für Dich eigentlich Weihnachten?”

“Oh Piggeldy, das ist eine sehr gute Frage, die ich Dir ganz flott beantworten werde:

W steht für weiße, schneebedeckte Dächer,

E für Engelshaar am Weihnachtsbaum,

I für Ingwerplätzchen nach Omas Rezept,

H für Heißen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt,

N steht für Nelken, Nüsse und Nürnberger Lebkuchen,

A für das Adventskranz basteln mit alten Bekannten.

C steht natürlich für das Christkind, das Kinderherzen erfreut,

das zweite H für Heiligabend mit der ganzen Familie – in Harmonie und Herzlichkeit,

T steht für all die Traditionen, die wir mit Weihnachten verbinden

E für das festliche Essen – nicht zu vergessen!

Und das N schließlich steht für Nähe, die wir an Weihnachten ganz besonders spüren. Schließlich ist Weihnachten das Fest der Liebe!”

 

“Aber, aber, Frederick, ist das wirklich wahr?”

“Wie meinst du das denn jetzt, Piggeldy?”

“Na, glaubst du nicht, dass du da all die nicht so schönen Seiten der Weihnachtszeit vergisst? Vielleicht würden manche Menschen Weihnachten auch ein bisschen anders definieren als Du, nämlich so:

W wie „Winterblues“ – eine Form der Depression, die jedes Jahr viele Menschen traurig macht.

E wie Einkaufsstress – Geschäfte voller hektischer Menschen, die noch Berge von Geschenken kaufen müssen.

I für die instabilen Verhältnisse, in denen sich so viele wegen der Corona-Krise oder deren gesundheitlichen Folgen befinden.

 H wie die Hilflosigkeit von denen, die während des Winters nicht genug Geld für ein Dach über dem Kopf haben.

N für die Niedergeschlagenheit der Menschen, die an Weihnachten arbeiten müssen und nicht bei ihren Familien sein können.

A wie Angst – vor Einsamkeit, vor Verlust, vor der bevorstehenden Zeit.

C für das Chaos, das uns jährlich vor den Festtagen einnimmt! Sind alle Geschenke besorgt? Ist das Haus für den Besuch geputzt? Ist mein Haus festlich genug geschmückt?

H für Heizen – ganz romantisch mit dem Kamin. Etwas, das die meisten von uns als selbstverständlich erachten, sich aber leider nicht alle Menschen leisten können.

T wie die Trauer, die einsetzt, wenn man an das erste Weihnachten ohne eine liebe Person denken muss.

E steht für die Einsamkeit. Viele Menschen müssen die Weihnachtstage alleine verbringen. Und manche fühlen sich auch in der Gesellschaft anderer allein.

N wie die negative Stimmung, die trotz der Weihnachtszeit in Familien vorkommt!

Siehst du, Frederick? Weihnachten wird oft als das Fest der grenzenlosen Harmonie, der geselligen Familienzeit und dem nicht enden wollenden Glück der Menschen beschrieben. Aber dabei vergessen wir oft, dass es auch viele Menschen gibt, die während der Weihnachtszeit ganz besonders traurig sind und es ist wichtig, auch das nicht in der Vorbereitung auf Weihnachten zu vergessen!”

„Also Piggeldy, das heißt, dass es ganz vielen Menschen da draußen an Weihnachten nicht gut geht?“

„Ja, Frederick. Es ist wichtig, dass wir das nicht vergessen! Und wenn es uns mal genauso gehen sollte, dann müssen wir immer daran denken: Du bist nicht allein. Es geht vielen anderen genauso wie Dir. Und es ist wichtig, Hilfe zu suchen, wann auch immer Du welche brauchst.“

Und dann gingen Piggeldy und Frederick nachdenklich nach Hause.

Ihr Lieben, was wir Euch damit sagen wollen, ist Folgendes: Ja, Weihnachten ist eine wunderbare, besinnliche und friedvolle Zeit – aber eben nicht immer und überall. Unrealistische Erwartungen und weit verbreitete Klischees können dazu führen, dass Einsamkeit, Selbstkritik und Traurigkeit mehr zutage treten als zu vielen anderen Jahreszeiten. Aber lasst Euch gesagt sein: Ihr seid nicht alleine mit diesen Gefühlen!

In den kommenden Wochen werden wir an jedem Adventssonntag über Weihnachten sprechen – aber eben auch aus kritischer Sicht. Schaut also gerne auf unserem Instagram- oder Facebook-Account vorbei: @blaupausefreiburg